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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

Landesvereinigung NRW

 
 

Wir über uns

 

 

 

 

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) von Nordrhein-Westfalen wurde am 26. Oktober 1946 in Düsseldorf von den Delegierten der über 50.000 Naziopfer des Landes gegründet. In der VVN organisierten sich Frauen und Männer, die während der Naziherrschaft verfolgt wurden, den Holocaust überlebt, Widerstand geleistet haben oder vor dem Hitlerfaschismus fliehen mussten.

 

Die VVN steht in der Tradition des "anderen Deutschlands" zwischen 1933 und 1945, repräsentiert von den Widerstandskämpferinnen und -kämpfern gegen den Faschismus - unabhängig von ihrer politischen Herkunft. 

 

Seit 1971 heißt sie VVN/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, denn von da an konnten auch Hinterbliebene und jüngere Antifaschistinnen und Antifaschisten Mitglied werden.

 

Der rote Winkel mit einer Nummer auf der Häftlingsjacke war in den faschistischen Konzentrationslagern Kennzeichen für die politischen Häftlinge. Der rote Winkel ist heute das Symbol der VVN/BdA. Die gemeinsame Forderung nach der Befreiung am 8. Mai 1945 war und ist es noch heute: 

Nie wieder Krieg! 

Nie wieder Faschismus!

Die Zusammenarbeit aller Demokratinnen und Demokraten für Frieden und Völkerverständigung und der gemeinsame Kampf für Sicherung und Ausbau demokratischer und sozialer Grundrechte wurde als "antifaschistischer Konsens" die Basis für das Grundgesetz und die NRW-Landesverfassung und Ausgangspunkt einer demokratischen politischen Kultur. Der Kampf gegen die Rückkehr alter Nazis in politische und gesellschaftliche Schlüsselpositionen und der Kampf gegen eine Remilitarisierung der Bundesrepublik bildeten zudem die politischen Inhalte der VVN.

 

Der "Schwur von Buchenwald" ist auch für jüngere AntifaschistInnen Leitmotiv. Unter anderem heißt es dort: "Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

 

Die Geschichte der Bundesrepublik machte jedoch sehr schnell deutlich, dass dieses Ziel nicht kampflos zu erreichen ist. Auch über 55 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Krieg müssen wir uns gegen (neo-)faschistische Tendenzen und eine fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft wenden.

 

Die VVN-BdA ist eine gemeinnützige Körperschaft, die, so heißt es, "besonders förderungswürdig anerkannte gemeinnützige Zwecke: Förderung der Hilfe für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte" erfüllt. Diese soziale Tätigkeit wird von uns direkt als VVN-BdA, aber auch durch unsere Mitgliedschaft und Mitwirkung im Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte ausgeübt. In unseren Gruppen und Kreisorganisationen helfen wir auch den Alten und Pflegebedürftigen. Viele NS-Opfer haben keine oder eine nur unzureichende Entschädigung erhalten, so dass hier Handlungsbedarf besteht.

 

Neben diesem Engagement bleibt die politisch-historische Bildungsarbeit weiterhin zentrales Anliegen unserer Organisation. In vielen Städten und Gemeinden veranstalten wir Zeitzeugengespräche mit Widerstandskämpfern und anderen erfahrenen Aktivisten, um so die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wach zu halten und über den Widerstand gegen den Faschismus, gegen Krieg und Kalten Krieg zu berichten. Wir erinnern an die Entstehung von Grundgesetz und Landesverfassung von NRW und wollen ihren antifaschistischen und demokratischen Inhalt verwirklichen.

 

Neben der Bildungsarbeit engagieren wir AntifaschistInnen uns zusammen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen in den aktuellen Auseinandersetzungen um rassistische und neofaschistische Tendenzen in der Bundesrepublik. Unsere antifaschistische Aktivität beschränkt sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf die Bekämpfung neofaschistischer Strukturen wie beispielsweise der NPD und sog. "freien Kameradschaften". Viel mehr haben Rassismus, Neofaschismus, Rechtspopulismus und relativierende Äußerungen bezogen auf die faschistische Geschichte Deutschlands (Revisionismus) unterschiedliche Erscheinungsformen.

 

An dieser Stelle seien drei Beispiele genannt, die verdeutlichen, dass die genannten Tendenzen kein ausschließliches Problem eines sogenannten "rechten Randes" sind, sondern aus der Mitte der Gesellschaft kommen:

 

Beispiel Vertriebenenverbände: Sie geben als Ihr Hauptinteresse vor, die Pflege ihrer Geschichte und Kultur der sog. ehemaligen deutschen Ostgebieten zu fördern. Unter diesem Deckmantel werden jedoch oft geschichtsrelativierende und revanchistische Inhalte vertreten. 

 

Beispiel staatlicher Rassismus: Es leben auch in NRW viele Menschen unter uns, die in der Bundesrepublik Schutz vor Gewalt, Folter, Verfolgung und Armut suchen. Auch aus unserem Bundesland werden Menschen in diejenigen Länder abgeschoben, aus denen sie geflohen sind. Es gibt fortwährende Ausgrenzungen. So erhalten einige von den Flüchtlingen statt Bargeld nur Gutscheine und werden weitestgehend aus der gesundheitlichen Versorgung ausgeschlossen. Diese Praxis wird durch rassistische Stimmungsmache aus Teilen der Bevölkerung noch verstärkt. Eine weitere Herausforderung ist der Antisemitismus, der in NRW krasser zutage tritt als anderswo, man denke nur an die Angriffe auf Synagogen in Düsseldorf und Essen und Bochum (im Bau) und an die Möllemann-Affäre.

 

Beispiel Militarismus: In den Bundeswehrkasernen und den Räumen der Traditionsverbände treffen sich seit vielen Jahren der "Ring deutscher Soldatenverbände/Verband deutscher Soldaten", die Kameradschaftskreise der Fallschirmjäger, der Marine und der Gebirgsjäger. Diese Verbände sind auch offizielle Bündnispartner der Städte und Gemeinden am Volkstrauertag, wenn es am "Kriegerdenkmal" um die Ehrung der deutschen Helden (gemeint sind im Sinne der Veranstalter die Wehrmachtssoldaten) geht. Diese militaristischen Traditionsverbände verteidigen nicht nur den verbrecherischen Feldzug der faschistischen Wehrmacht, sondern in Teilen auch die faschistische Politik des Hitlerregimes.

 

Wir Antifaschistinnen und Antifaschisten versuchen immer wieder die Politik "rechter Stichwortgeber" in der sog. "politischen Mitte" in den Blick zu nehmen.

 

Der Kampf gegen Intoleranz, Ausgrenzung, gegen Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus darf sich nicht in einem verbalen "Aufstand der Anständigen" beschränken, sondern bedarf des kontinuierlichen Engagements, auch wenn dies oft unbequem ist.

Wir wollen eine Welt des Friedens, eine Welt der sozialen Gerechtigkeit, humanistisch und demokratisch. Die VVN/BdA versteht sich als eine Bündnisorganisation die solidarisch und gleichberechtigt mit anderen gesellschaftlichen Gruppen - vor allem mit Gewerkschaften und mit der Friedensbewegung - zusammenarbeitet und offen für Menschen ist, die Lust haben, sich antifaschistisch in Nordrhein-Westfalen zu engagieren.

 

Kommt zu unseren Treffen, unterstützt die Arbeit der VVN/BdA!

 

Wo findet Ihr uns?

  • Zum Beispiel in Duisburg, wo die VVN-BdA eine ständige Ausstellung über den Widerstand und die Verfolgung 1933-1945 unterhält. 

  • Zum Beispiel in den Städten, in denen gerade die Ausstellung "Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland", veranstaltet von IG Metall und VVN-BdA gemeinsam, zu sehen ist. 

  • Zum Beispiel in Wuppertal-Elberfeld, Gathe 55. wo die VVN-BdA ihre Landesgeschäftsstelle unterhält und vier Archive koordiniert: 

    • Das Hartmut Meyer Archiv über Neofaschismus 

    • Das Georg Herde Archiv zum Revanchismus 

    • Das Antimilitaristische Bundeswehrarchiv (im Aufbau) 

    • Das Archiv des Widerstandes an Rhein und Ruhr (im Aufbau) 

  • Zum Beispiel in den Ostermarschkomitees von Rhein und Ruhr, in denen die VVN-BdA mitwirkt. 

  • Zum Beispiel in den Kreisvorständen der VVN-BdA, welche sich besonders der Solidarität mit den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern angenommen haben, die noch immer nicht ausreichend von den ehemaligen Sklavenhaltern aus Kapital und Staat entschädigt wurden. 

  • Zum Beispiel in den Gedenkstätten des Landes, in denen die VVN-Vertreter und andere Menschen Führungen für Jugendliche und Ältere veranstalten. 

  • Zum Beispiel in örtlichen Arbeitsgruppen und Geschichtswerkstätten, in denen wir die Vergangenheit erforschen unter dem Motto "Ohne Erinnerung keine Zukunft" - und in Gruppen, die Nazis benennen, deren Verbrechen ungesühnt sind. 

  • Zum Beispiel in Bündnissen, in denen wir Opfer von Polizeiattacken (Kessel) bei Neonaziaufmärschen beraten und ihre Rechte vertreten. 

  • Zum Beispiel bei den Antifaschistischen Stadtrundgängen in Velbert, Bochum, Düsseldorf und anderswo. 

  • Und schließlich zum Beispiel in der VVN-Neofa-Kommission des Landes, in der laufend an der Entlarvung alter und neuer Nazis und Antisemiten gearbeitet wird.

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Wer in Kontakt treten will: Die VVN-BdA ist unter 0202/ 45 06 29 oder 0211/ 23 18 22 zu erreichen, ferner: vvn-bdanrw@freenet.de. Oder Postkarte an VVN-BdA NRW, Gathe 55, 42107 Wuppertal. In Düsseldorf bitte an info@vvn-duesseldorf.de und Schuh, Schaffhausener Weg 10, 40625 Düsseldorf wenden.

Spenden dringend erbeten an: Postbank Essen, Konto 282 12 - 435, BLZ 360 100 43